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Löschzug Kaarst - Geschichte

Der Kampf gegen die Naturgewalten und die von ihnen ausgehende Zerstörungen, zum Beispiel durch Feuer und Wasser, ist praktisch so alt wie die Menschheit selbst.

Auch unsere Vorfahren haben erkannt, dass dabei dem einzelnen alleine wenig Erfolg beschieden war. Man begriff, dass nur durch gemeinsame und geordnete Hilfe oftmals ein überleben möglich war. Dafür zeugen wohl eindringlich die Ledereimer, die einstens mit Wasser gefüllt "durch der Hände langen Ketten um die Wette" wanderten, um die Feuersbrunst zu bekämpfen.

In früher Zeit erfolgte die Brandbekämpfung in Kaarst durch Heranziehung von Bürgern aufgrund eines "Feuer-Reglements". Eine Nachweisung aus dem Jahre 1878 verzeichnet folgende Feuerlöschgeräte:

1 Feuerspritze, erbaut im Jahre 1783
2 Haken
12 Feuereimer
2 Kupplungen
1 Haupt- und 1 Reserveschlauch

1908 hatte Kaarst ca. 2000 Einwohner.

Die ersten Jahre...

Nachdem eine Polizeiverordnung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz im November des Jahres 1906 die Gründung von Feuerwehren anordnete, entschloss man sich auch in der damaligen Gemeinde Kaarst am 1. November 1907 eine Pflichtfeuerwehr einzurichten, die alsbald in die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr überging.
Somit gilt die Versammlung, die am 26.02.1908 unter dem Vorsitz des damaligen Bürgermeisters Bergerfurth stattfand, als Gründungsdatum der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Kaarst.
Der Etat, der zur damaligen Zeit dem Feuerlöschwesen vom Kreisausschuss bewilligt wurde, betrug 800 Mark.


In den Anfängen der Wehr diente eine handbetriebene "Saug- und Druckpumpe" zur Brandbekämpfung. Dieses Löschgerät war auf einem 4-rädrigen Wagen aufgebaut und wurde von zwei Pferden, die von ortsansässigen Bauern im Ernstfall zur Verfügung gestellt wurden, bewegt. Die Alarmierung der Wehrmänner erfolgte über "Alarmhörner", die von Mitgliedern der Feuerwehr geblasen wurden. Hierbei bediente man sich auch des Fahrrads, um den Alarm durch die Ortschaft zu tragen.
Diese Alarmierungsart wurde bis 1948 beibehalten.

...und das erste Jubiläum

Am 14. Mai 1933 feierte die Freiwillige Feuerwehr Kaarst ihr 25-jähriges Bestehen. Kaarst hatte 2600 Einwohner.

Im Jahre 1933 erhielt die Feuerwehr ein neues Spritzenhaus in einem umgebauten Klassenzimmer der alten Schule, welches sich jedoch von den Abmessungen alsbald für sehr beengt herausstellte.
1934 wurde in Eigenarbeit das erste motorgetriebene Einsatzfahrzeug hergerichtet. Ein gebrauchter amerikanischer Buik wurde zu einem offenen Mannschafts- und Gerätewagen umgebaut. Neben Schläuchen, Leitern und Armaturen fanden 6-8 Kameraden Platz auf dem Fahrzeug. Eine Motorspritze wurde auf einem Anhänger mitgeführt
.

Nachkriegszeit

Die beiden Weltkriege hatten auch in Kaarst tiefe Wunden in die Feuerwehr und deren Mannschaft gerissen.
Der fast vollständige Verlust der Feuerlöschgeräte und der Ausrüstung stellte die Wehr 1945 an den Rand des Abgrunds.

Neue Mitglieder führten die Wehr aber in den Nachkriegstagen schnell wieder zu einer schlagkräftigen Feuerwehr und schon 1947 wurde eine neue Tragkraftspritze (TS8/8) beschafft.
Auch das kameradschaftliche Leben kam in dieser Zeit schnell wieder in Gang.

Im Jahre 1956 bekam die Wehr nun ihr erstes fabrikneues und genormtes Löschfahrzeug, ein VW-Bus mit eingeschobener Tragkraftspritze und feuerwehrtechnischer Beladung.

Ein DKW-Pritschenwagen kam als Geschenk eines Autohändlers 1957 dazu, welcher als Mannschaftstransportwagen diente.

In den 50er Jahren schwankte die Anzahl der jährlich anfallenden Einsätze zwischen drei und zehn.
Kaarst hat zu dieser Zeit 5450 Einwohner.

Am 26. Oktober 1958 konnte die Wehr auf ein 50-jähriges Bestehen zurückschauen, und dies wurde im Rahmen eines großen Festes gefeiert.

Kaarst wuchs in den 60er Jahren zusehends, was die Anforderungen der Feuerwehr an Gerät und Unterkunft an ihre Grenzen brachte. Die Planung für Anschaffung neuer Geräte sowie der Neubau einer modernen Wache begannen im Jahr 1963.
So wurde die Feuerwehr mit einem modernen Löschgruppenfahrzeug (LF 16) ausgestattet, welches 9 Mann Besatzung aufnehmen konnte und einen Wasservorrat mitführte.
Die neue Feuerwache an der Jahnstrasse wurde im Jahre 1964 bezogen.

Die Wehr fuhr in diesem Jahr 34 Einsätze.

Im März 1970 wurde die Feuerwehr mit den ersten Meldeempfängern ausgestattet. Die Sirenen, die bisher die Kameraden zum Einsatz riefen, mussten nun nicht mehr allzu häufig benutzt werden, was der Bevölkerung bei der zunehmenden Einsatzzahl den nächtlichen Schrecken ersparte. Trotz allem ist die Sirenenalarmierung bei größeren Einsätzen bis heute unerlässlich, um auch wirklich die größte Anzahl an Wehrleuten zu erreichen.

1970 fuhr die Wehr 67 Einsätze.

Die zunehmende Bebauung, vor allem in die Höhe, machte es erforderlich eine 25m Drehleiter zu beschaffen.

1973 fuhr die Wehr 110 Einsätze.


Gründung der Stadt Kaarst

Durch die kommunale Neugliederung im Jahre 1975 ergaben sich auch für die Feuerwehren der damaligen Ortschaften Kaarst und Büttgen strukturelle Änderungen. Der Zusammenschluss der Ortschaften zur Stadt Kaarst bewirkte auch das Zusammenlegen der beiden Feuerwehren zur Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Kaarst mit den Löschzügen Kaarst und Büttgen. Die bisherigen Wehrleiter wurden zu Löschzugführern der jeweiligen Löschzüge. Als neuer Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Kaarst wurde Hauptbrandmeister Willi Krüppel aus dem Löschzug Büttgen ernannt, sein Vertreter wurde Oberbrandmeister Ernst Verhoeven aus Kaarst.

 
Die Alarmierungszentrale kommt hinzu

Die Alarmierung der Feuerwehr, die bis dato über private Telefonanschlüsse von Feuerwehrkameraden zustande kam, wurde am 1. August 1975 durch eine Alarmierungszentrale für die gesamte Feuerwehr Kaarst abgelöst. Sie wurde in der neuen Feuerwache in Kaarst an der Jahnstrasse eingerichtet und durch einen Zentralisten besetzt. Hier gehen nun sämtliche Hilferufe für die Feuerwehr Kaarst ein, der Zentralist kann sowohl über die Sirene als aber auch über die "stille Alarmierung" die Feuerwehr in Gang setzten und den Einsatzablauf dokumentieren. Diese Alarmierungszentrale wurde in den folgenden Jahren, meist in Eigenleistung, kontinuierlich ausgebaut und technisch auf dem neusten Stand gehalten. Bis heute ist die Zentrale ein wichtiger Bestandteil der Feuerwehr Kaarst. Neben der schnellen Alarmierung und der Koordination der Einsatzkräfte in einem Einsatzfall hat sich auch ein nützlicher Service für die Einwohner entwickelt. Aufgrund der ständigen Besetzung der Zentrale können auch weitere Bürgeranfragen bezüglich Notärzte und -Apotheken bearbeitet werden.

Vom 6. Bis 8. Mai 1983 feierte der Löschzug Kaarst ihr 75-jähriges Bestehen. Der Ortsteil Kaarst hat zu diesem Zeitpunkt 21.450 Einwohner, die Stadt insgesamt 38.760.

In den folgenden Jahren entwickelte sich der Löschzug Kaarst immer weiter. Die Einsätze wurden Umfangreicher, die Einsatzarten differenzierter. Zu den Brandeinsätzen kamen schon früh umfangreiche Einsätze der Technischen Hilfeleistung hinzu. Mannschaft und Gerät mussten sich den Gegebenheiten anpassen. Lehrgänge werden auf Kreis und Landesebene absolviert, immer neue Feuerwehrgeräte müssen beschafft und gewartet werden, der Umgang muss den Kameraden nahe gebracht werden. Immer wieder eine Herausforderung für jeden freiwilligen Feuerwehrmann, der sich nach seiner Arbeit mit zum Teil Hochmodernen Geräten befassen muss und sich auf den Umgang mit ihnen schulen lässt.
Diese Übungs- und Schulungsabende finden seit eh und je alle zwei Wochen im Rahmen von Unterrichts-Veranstaltungen in den mittlerweile eng gewordenen Schulungsräumen der Feuerwache statt und erfreuen sich immer großen Andrangs.







 
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